31. Psychiatriewoche – September 2019

Vorwort

Grußwort von Stadtrat Stefan Majer

Sehr geehrte Damen und Herren, 

es ist wieder einmal an der Zeit grundlegend über unser Verständnis von Psychiatrie zu sprechen – offen und ohne Tabus. Die nun 31. Frankfurter Psychiatriewoche, die vom 5. bis zum 13. September 2019 stattfindet und zu deren Veranstaltungen ich Sie ganz herzlich einladen möchte, bietet einen passenden Rahmen dafür. 

Das umfangreiche Programm der weit über die Stadt hinaus bekannten und zu Recht anerkannten Veranstaltungsreihe bietet in diesem Jahr wieder mit spannenden Lesungen, Vorträgen und Informationsveranstaltungen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen treffen Psychiatrie-Erfahrene und ihre Angehörigen, Freunde und Förderer sowie professionell oder auch ehrenamtlich helfende Menschen aufeinander. Die Akzeptanz psychischer Erkrankungen und Informationen über Hilfsmöglichkeiten sowie deren Optimierung sind die erklärten Anliegen der Psychiatriewoche. 

Die Psychiatriewoche schafft Orte der Begegnung, bietet Raum für Diskussionen und Unterhaltung, sie zeigt aber auch die Bandbreite an relevanten Hilfsangeboten auf, die die Stadt Frankfurt am Main zu bieten hat. Themen, die gesellschaftlich gerne mal unter den Teppich gekehrt werden, sei es beispielsweise Depression oder auch Borderline-Erkrankung, finden bei der Psychiatriewoche eine Plattform. Durch Offenheit und sachliche Information sollen Berührungsängste genommen und Vorbehalte gegenüber psychischen Erkrankungen respektive den Betroffenen ausgeräumt werden. 

Als Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt am Main steht für mich die Humanität bei der (sozial-)psychiatrischen Behandlung und Versorgung von Patientinnen und Patienten an erster Stelle. Daher haben mich die recht drastischen Bilder der Fernsehberichterstattung über Psychiatrien in Frankfurt selbstverständlich bewegt. Auch wenn es weh tut, auch wenn es nicht repräsentativ sein sollte, diese Berichte legen den Finger in Wunden – wie so oft bei Günther Wallraff. 

Es ist mir ein ganz persönliches Anliegen, dass vorhandene und erkannte Mängel umfassend aufgearbeitet, analysiert und im Rahmen struktureller Verbesserungen beseitigt werden. Es sollte aber klar sein, dass dieser weitreichende Prozess nicht von heute auf morgen umgesetzt und abgeschlossen werden kann. Wesentlich jedoch ist hierbei Transparenz! Psychiatrieerfahrene, Angehörige von psychisch Kranken, Mitarbeitende der Psychiatrie und weitere Fachkräfte müssen in diesen Prozess eingebunden sein. Die Fernsehberichterstattung hat dafür gesorgt, dass die Versorgung psychisch kranker Menschen bundesweit diskutiert wird und das ist gut so. Denn die Dimensionen des Themas ragen weit über die Grenzen Frankfurts oder gar Hessens hinaus. 

Ein Baustein zur Verbesserung könnte auf Bundesebene etwa eine Neuregelung der vollkommen veralteten Psychiatrie-Personalverordnung sein, die eben den Stellenschlüssel festlegt, der dann auch von den Krankenkassen erstattet wird. Die Zahl der Menschen, die sich in Hessen in stationäre psychiatrische Behandlung begeben, steigt kontinuierlich an. Sie alle sollen aber darauf bauen können, die bestmögliche Behandlung zu bekommen, wenn sie sich vertrauensvoll in erfahrene Hände begeben. Denn auch wenn die Krankenhausversorgung allgemein unter einem großen wirtschaftlichen Druck steht, so darf diese Situation niemals zu Lasten der Menschlichkeit gehen. 

In diesem Sinne freue ich mich auf viele anregende Veranstaltungen im Rahmen der Psychiatriewoche.

Herzlichst, Ihr
Stadtrat Stefan Majer

Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt am Main


Die Frankfurter Psychiatriewoche (05. – 13. September 2019)

Die weit über die Stadt hinaus bekannte und anerkannte Veranstaltungsreihe möchte durch Fachforen, Referate und vielfältige Informationsveranstaltungen auf die Situation der Betroffenen aufmerksam machen. Die Akzeptanz psychischer Erkrankungen und Informationen über Hilfsmöglichkeiten sowie deren Optimierung sind wichtige Anliegen des Veranstaltungsteams der Fachgruppe Psychiatrie.

Die zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen geben einen unmittelbaren Einblick über die entsprechenden Hilfeangebote in Frankfurt am Main. Es können Meinungen ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und auch kontroverse Fragen diskutiert werden.

Die offizielle Eröffnungsveranstaltung der Psychiatriewoche findet in diesem Jahr ausnahmsweise erst am Freitag , den 06.09.2019 statt. Organisator der Eröffnung ist der Landesverband Hessen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.

Veranstaltungen werden schon ab dem  05.09.2019 stattfinden.

In dem sie Orte der Begegnung, des Austauschs und des voneinander Lernens ermöglicht, steht die Psychiatriewoche seit mittlerweile 31 Jahren in der Vielfalt des Sozialraumes Frankfurt für Menschlichkeit in der Großstadt. Die Psychiatriewoche leistet einen wiederkehrenden Beitrag zu einem lösungsorientierten Dialog, dem Abbau von Berührungsängsten und zu einer Versachlichung der Diskussion des Phänomens psychischer Erkrankung. Im Spannungsfeld der sogenannten Psychiatrie soll und kann sich beweisen, dass sich fachliche Hilfen auf der einen und respektvolles Miteinander, gesellschaftliche Teilhabe und kulturelle Unterschiede auf der an deren Seite nicht gegenseitig ausschließen müssen.