Grußwort von Stadtrat Stefan Majer zur Psychiatriewoche 2017

Stadtrat Stefan Majer - Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt am Main

Sehr geehrte Damen und Herren,

schon wieder ist ein Jahr vergangen – die nunmehr 29. Psychiatriewoche steht wieder vor der Tür.

Ausgesprochen gerne habe ich die Schirmherrschaft übernommen und möchte Sie sehr herzlich vom 07. bis 15. September 2017 zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen und Informationsmöglichkeiten einladen. Auf Sie alle, Psychiatrie-Erfahrene, deren Angehörige, Freunde und Förderer, alle professionell und ehrenamtlich Helfenden, und auf alle Neugierigen wartet erneut ein spannendes, umfangreiches Programm.

Allenthalben sprechen wir heute davon, dass psychiatrische Erkrankungen als Teil unseres Lebens betrachtet werden. Es bleibt dabei aber unverändert nötig, dafür zu sorgen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen in der sich ständig ändernden Welt nicht in Konkurrenz zu anderen gesellschaftlichen Gruppen oder gar an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Sie sind und sie müssen immer ein gleichberechtigter Teil unserer Gesellschaft bleiben, auf unsere Hilfe und Mitmenschlichkeit zählen können. Dazu mahnt uns nicht zuletzt die Geschichte! In diesem Zusammenhang möchte ich Ihr Augenmerk auf das „Denkmal der Grauen Busse“ richten, welches etwa zeitgleich mit der diesjährigen Psychiatriewoche und danach voraussichtlich bis zum Mai 2018 in Frankfurt zu sehen sein wird. Das Denkmal erinnert an die Ermordung von psychisch kranken und behinderten Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus.

Nicht nur der Politik sondern auch allen, die sich mit der Hilfe und Unterstützung von anderen Menschen beschäftigen, ist es eine permanente Aufgabe, einerseits der Vergangenheit zu gedenken und gleichzeitig Gegenwart und Zukunft so zu gestalten, dass eine Wiederholung der Aussonderung und Ermordung behinderter Menschen und anderer Bevölkerungsgruppen unmöglich wird.

An dieser Stelle ist es mir ein großes Bedürfnis, mich bei allen Helfenden, den ehrenamtlichen und den professionellen, für Ihr Engagement und Ihre sicher nicht immer leichte Arbeit zu bedanken. Ich bin mir sicher, dass es auch in dieser Psychiatriewoche neben dem schweren Thema des Gedenkens und der Erinnerung an eine dunkle Zeit, viele spannende Impulse, anregende Gespräche und heitere Stunden bei Sport und Spiel geben wird.

Ich freue mich auf viele Begegnungen mit Ihnen.

Herzlichst, Ihr

Stadtrat Stefan Majer
Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt am Main

Die Psychiatriewoche  07. – 15.09.2017

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert psychische Gesundheit als „Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen“.

Laut WHO ist die psychische Gesundheit für den einzelnen Bürger eine Voraussetzung dafür, dass er sein intellektuelles und emotionales Potenzial verwirklichen und seine Rolle in der Gesellschaft, in der Ausbildung und im Arbeitsleben finden und erfüllen kann. Auf gesellschaftlicher Ebene trägt die psychische Gesundheit zum wirtschaftlichen Wohlstand, zur Solidarität und zur sozialen Gerechtigkeit bei. Dagegen verursachen psychische Erkrankungen vielfältige individuelle und gesellschaftliche Kosten und Verluste, ganz zu schweigen von der damit verbundenen Belastung unserer Gesundheitssysteme.

Die Weltgesundheitsorganisation hat in den Industriestaaten diejenigen Krankheiten untersucht, die dort für Menschen mit den häufigsten Einschränkungen verbunden sind. Dabei wurden alle verfügbaren Daten auf das Jahr 2030 hochgerechnet. Unter den weltweit häufigsten Erkrankungen in den Industriestaaten finden sich fünf psychische Erkrankungen wieder: Depression, Alkoholabhängigkeit, bipolare Störungen, Schizophrenie und Demenz.

Innerhalb eines Jahres erkranken 9 % aller Menschen in Deutschland an einer psychischen Störung. Auf die gesamte Lebenszeit bezogen ist jede zweite Frau und jeder dritte Mann mindestens einmal psychisch krank. Dies zeigt, dass psychische Erkrankungen zu den Volkskrankheiten zu zählen sind.

Im Rahmen der jährlich im September stattfindenden Psychiatriewoche präsentieren sich zahlreiche Institutionen, die in Frankfurt und näherer Umgebung Angebote und Hilfen für psychisch kranke Menschen vorhalten.

Die nächste Psychiatriewoche findet in der Zeit vom 07. – 15.09.2017 statt und wird, wie jedes Jahr, mit einer Eröffnungsveranstaltung beginnen. Die Eröffnungsveranstaltung 2017 wird von der Frankfurter Werkgemeinschaft e.V. (fwg) organisiert.