Grußwort Stadtrat Stefan Majer

Sehr geehrte Damen und Herren,

herausfordernde Monate liegen hinter uns. Wir müssen uns immer bewusst bleiben, dass hinter den vielen Zahlen, mit denen wir täglich konfrontiert wurden und werden, Menschen und ihre Schicksale stehen. Die gesundheitlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirklungen der Pandemie, insbesondere auf Menschen mit psychischen Erkrankungen, können wir noch nicht in Gänze überblicken.

Ich möchte mich daher bei den Anbietern von psychosozialen Hilfs- und Unterstützungsangeboten ganz herzlich bedanken: Sie haben einiges unternommen, um unter erschwerten Bedingungen das Wegbrechen der gewohnten Strukturen auszugleichen und damit manches leichter und erträglicher gemacht! Doch haben uns die Kontaktbeschränkungen deutlich aufgezeigt, dass wir menschliche Nähe, Treffen in Präsenz und in geschütztem Rahmen nicht ersetzen können.

Mit ihrer Entscheidung, die Frankfurter Psychiatriewoche in diesem Jahr stattfinden zu lassen, setzt die Vorbereitungsgruppe ein Zeichen der Hoffnung, das psychisch erkrankte Menschen ganz besonders brauchen.

Dabei müssen wir uns vergegenwärtigen, dass in diesem Jahr einiges anders sein wird als wir es aus der über 30-jährigen Geschichte der Frankfurter Psychiatriewoche gewohnt sind. Manche Angebote werden digital stattfinden, andere unter freiem Himmel, bei vielen wird eine vorherige Anmeldung erforderlich sein. Aber ich bin mir sicher, dass die Veranstalter:innen – seien es die gemeindepsychiatrischen Einrichtungen, die psychiatrischen Kliniken, Selbsthilfegruppen oder Netzwerke – ein interessantes Programm zusammenstellen werden, das uns die Möglichkeit zur Begegnung und zum Erfahrungsaustausch bietet.

Die vitos Klinik Bamberger Hof, die in diesem Jahr die Auftaktveranstaltung gestalten wird, stellt ein aktuelles und wichtiges Thema in den Fokus: Welche Folgen hat der Klimawandel für die psychische Gesundheit der Menschen und wie kann ein umweltfreundlicher Lebensstil die psychische Gesundheit fördern? Mir persönlich liegt dieses Thema sehr am Herzen und ich freue mich auf neue Einsichten und interessante Diskussionen.

Eine spannende Woche liegt vor uns. Egal ob Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige, professionell und ehrenamtlich Tätige oder Interessierte – helfen Sie mit, die Frankfurter Psychiatriewoche im Jahr 1 nach Beginn der Pandemie neu zu gestalten und psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren.

Ich freue mich, Sie alle gesund und wohlbehalten ab dem 23. September 2021 zu den Veranstaltungen der Frankfurter Psychiatriewoche zu begrüßen. Passen Sie bis dahin gut auf sich auf!

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Majer
Dezernent für Personal und Gesundheit der Stadt Frankfurt am Main

 

 

 

Grußwort des Gesundheitsamtes

Nichts ist so beständig wie der Wandel
Heraklit

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ein bis dato unbekanntes Virus hat in den vergangenen Monaten weltweit fast alles auf den Kopf gestellt. Vieles, das vorher als „normal“ galt, besitzt heute keine Gültigkeit mehr. Plötzlich ist es nicht mehr unhöflich, sich zur Begrüßung nicht die Hand zu reichen, sondern es ist ein notwendiger Akt der Fürsorge anderen gegenüber. Noch viele weitere Beispiele ließen sich anführen. Und obwohl das Schlimmste inzwischen in Deutschland wohl überstanden ist, wird es sicher noch dauern, bis in Frankfurt, in Hessen und der Welt wieder so etwas wie eine verlässliche und planbare Normalität eingekehrt ist.

Auch die Gesundheitsämter in Deutschland haben sich den Wellen, die nacheinander über uns hinweggerollt sind, gestellt. Sie haben sich an immer neue Herausforderungen, Verordnungen und „Lagen“ angepasst. An dem Ort, wo früher Vorschulkinder nach der Einschulungsuntersuchung stolz ihre Belohnung entgegengenommen haben, wo Trinkwasseruntersuchungen, Reiseimpfungen und offene Sprechstunden stattfanden, arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Aufgabenbereichen gemeinsam mit Unterstützung durch externe Kräfte jetzt alle in der Ausbruchsbekämpfung.

Die Berichterstattung darüber schwankte zwischen Unverständnis, Spott und Bewunderung. In diese Situation wurden die wichtigen originären Aufgaben der öffentlichen Gesundheit auf ein Minimum reduziert. Dabei ist manches sicher auf der Strecke geblieben.

In diese turbulente Zeit fallen auch einige personelle Änderungen im Frankfurter Gesundheitsamt: Der langjährige Amtsleiter, Prof. Dr. Dr. René Gottschalk ist in Ruhestand gegangen. Und auch die Leitung der Abteilung Psychiatrie wurde neu besetzt.
So starten wir in diesem Spätsommer gemeinsam mit Ihnen neu: Wir erleben die Frankfurter Psychiatriewoche zum ersten Mal bzw. aus einer anderen Rolle heraus. Wir freuen uns auf die Begegnung und den Austausch mit Ihnen. Denn auch, wenn die psychosozialen Auswirkungen der Pandemie derzeit in aller Munde sind, viele Studien initiiert und Schlüsse gezogen werden, sind es letztlich doch Sie, die uns berichten können, wie es Ihnen ergangen ist. Wir sind neugierig, von Ihnen zu erfahren, welche Auswirkungen die Pandemie auf Sie und Ihren Alltag hatte und wie Sie nun in die Zukunft blicken. Wir möchten von Ihnen erfahren, was Sie sich für diesen Neustart wünschen – für sich ganz persönlich, aber auch für die Stadt und die vielfältige und lebendige „Psychiatrieszene“.

Wir wissen, dass Ihnen viel abverlangt wurde. Und deshalb gebührt Ihnen allen unser Respekt und unser Dank – für Ihre Geduld, Ihr Verständnis, das Mitmachen und das „Durchhalten“. Und natürlich für den Willen, nun einen Neuanfang zu wagen.


Dr. Peter Tinnemann, MPH Dr. Christiane Schlang
Leiter des Gesundheitsamt Frankfurt am Main Leiterin der Abteilung Psychiatrie